Museum

Das einzige „Kindergartenmuseum“ in Nordrhein-Westfalen thematisiert die institutionelle Betreuung und Förderung der Kinder in Kindergarten und Krippe von den Anfängen bis heute.

Sie erfahren mehr über die großen Pädagogen ihrer Epoche, die Kindergartenausstattung und die Ausbildung der ErzieherInnen im Wandel der Zeit.

Wechselnde Sonderausstellungen, Führungen zu speziellen Themen und Publikumsaktionen machen das Museum zu einem Erlebnis. Es gibt Einzel-, Klein- und Gruppenführungen.

Es gibt viele Anlässe das Kindergartenmuseum zu besuchen:

  • Informationen für SchülerInnen der Gymnasialen Oberstufe und für angehende KinderpflegerInnen und ErzieherInnen

  • Als Fortbildungsveranstaltung für Mitarbeiterteams von Kindergärten und Einstieg in einen Klausurtag

  • Betriebsausflug, den Sie mit dem Besuch im Kindergartenmuseum beginnen; für die Gestaltung des restlichen Tages geben wir Ihnen gerne Tipps.

  • Als Veranstaltung für Seniorengruppen, die z.B. von Kirchengemeinden und Wohlfahrtsverbänden organisiert werden.

  • Familienfest anlässlich eines Geburtstags oder eines Jubiläums, das Sie mit einem Besuch im Kindergartenmuseum beginnen.

  • Ein Geschenk, mit dem Sie z.B. älteren Menschen eine Reise in die Kindheit bescheren.

Anreise

Das Kindergartenmuseum ist im Zentrum von Bergisch Gladbach gelegen, vom Bus- und S-Bahnhof aus gesehen am Ende der Fußgängerzone, in Nachbarschaft der evangelischen Gnadenkirche.

Das Museum ist ebenerdig zu erreichen am oberen Seiteneingang des Jugendzentrums Q1 der evangelischen Kirchengemeinde. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln (S-Bahn-Linie 11 ab dem Kölner Hbf bis zur Endhaltestelle Bergisch Gladbach). Von dort sind es 5 bis 10 Minuten Fußweg. An der S-Bahn fahren auch Busse bis zu unserem Museum (2 Stationen bis zur Haltestelle „Forum“) mit den Buslinien 335, 426, 427, 429, 430, 432 und 439.

Bei einer Anreise mit dem PKW gibt es Parkmöglichkeiten oberhalb des Kreisverkehrs Richung Bensberg, auf dem Parkdeck Buchmühle an der Odenthaler Str. oder auf dem kleinen Parkplatz am Quirlsberg oberhalb des Museums am Friedhof.

Museumsaufbau

1 Flur und Reggio Pädagogik

Das rund 200 m2 große Museum betritt man eben erdig durch einen langen Ausstellungsflur mit großen Wandtafeln und Bildern zur frühen Kinderbetreuung und pflege vom 18. bis 19. Jahr hundert. Im offenen Seitenraum befindet sich eine Sammlung von Außenspielzeugen der letzten 100 Jahre.

Reggio Pädagogik (Loris Malaguzzi 1920 - 1994) Neue Wege finden, die Kindern helfen ihr Wissen von der Welt selbst zu konstruieren (Wand rechts) Mittagsruhe in den 1990er Jahren (Wand links)

2 Veranstaltungsraum

Dieser Seminar- und Sonderausstellungsraum ist bestückt mit Vitrinen, Regalwänden und ca. 20 Sitzplätzen um 2 Tische. Er ist der zentrale Treffpunkt für eine Einführung in die Museumsschwerpunkte. Da dieser Raum ausgestattet ist mit einer Teeküche, Leinwand und Flipchart, kann er auch für Fortbildungen oder Konferenzen angemietet werden.

3 1970er Jahre

Der Kindergartenraum der 70er Jahre ist ausgestattet mit original Möbeln, Büchern, Spiel- und Beschäftigungsmaterialien im klassischen Raumteilverfahren nach M. Schorl und M. Schmaus: Bau-, Spiel-, Puppen- und Leseecke ist ein Highlight mit hohem Erinnerungspotenzial. Wandtafeln verweisen auf die pädagogische Neuorientierung an der Lebenssituation der Kinder und den entsprechenden Veränderungen in den 1970er Jahren, manifestiert durch das 1. Kindergartengesetz in NRW, der Gründung von Kinderläden bzw. Elterninitiativen in dieser Zeit, und der Einrichtung von Vorschulen für fünfjährige Kinder als Modellversuch, um einer Bildungsarmut entgegenzuwirken.

4 Krippe

Original sind nach der Wende aus einer Krippe in der DDR Möbel, Spiel und Beschäftigungsmaterialien aus den 70er und 80er Jahre zu betrachten, zu dem auch ein Krippenwagen für 6–10 Kindern gehört. Im Vergleich zum Westen hatte die Krippenerziehung in der DDR einen hohen Stellenwert, um Frauen nach der Geburt den schnellen Wiedereintritt in die Berufstätigkeit zu ermöglichen und die Kinder ab 8 Wochen von spezialisierten Krippenerzieherinnen ideologisch besser beeinflussen zu können. In Westdeutschland war aus diesem Grund die Krippe unerwünscht. Erst in den 1980er Jahren entstand in NRW die Sonderform: „Kleine altersgemischte Gruppe“, in der neben den Kindergartenkindern auch Kinder ab 4 Monaten aufgenommen werden konnten.

Emmi Pikler (1902 - 1984)
Die Pikler-Pädagogik stützt sich auf drei Grundsäulen: die beziehungsvolle Pflege - die freie Bewegungsentwicklung - das freie Spiel

5 Pädagogen

In diesem Raum werden die drei bekanntesten pädagogischen Konzepte der Kleinkindpädagogik von Fröbel, Montessori und Rudolf Steiner mit ihren didaktischen Spiel- und Arbeitsmaterialen vor- und gegenübergestellt. Grundlage der pädagogischen Arbeit aller drei Pädagogen war die selbständige Erfassung des Materials, mit der das Kind in die Lebenswelt der Erwachsenen eingeführt werden sollte. So entwickelte F. Fröbel seine 29 Spielmöglichkeiten für Kinder, Maria Montessori ihr Arbeits- und Sinnesmaterial nach bestimmten physikalischen Eigenschaften geordnet. In der Waldorfpädagogik nach R. Steiner wurde die Arbeit mit Naturmaterialien in den Vordergrund gestellt, um den Kindern kreative Gestaltungsmöglichkeiten zu bieten. In Vitrinen finden Sie anschaulich eine breite Palette dieser Spiel-, Arbeits- und Beschäftigungsmaterialien.

6 Ausbildung

Mit dem ersten Kindergarten von Friedrich Fröbel stellte sich die Frage nach einer ausgebildeten, pädagogischen Fachkraft zur Pflege und Erziehung von Kindern. Als reiner Frauenberuf wurden die Kindergärtnerinnen zunächst in privaten oder kirchlichen später staatlichen Berufsfachschulen ausgebildet. Es entstand über die Jahre ein Ausbildungskonzept mit schulischen Fächern begleitet von praktischer Hospitation und der Übernahme von Verantwortung vor Ort, das bis heute in dieser Form praktiziert wird. Daneben finden die Besucher Informationen über die Erzieherrolle im Nationalsozialismus mit dem Schwerpunkt der Volksgemeinschaftserziehung und über die pädagogische Neuausrichtung der Erzieherausbildung in den 1970er bis 1990er Jahren unter der neuen Einbeziehung des männlichen Erziehers und dem noch aktuellen Ziel, die Ausbildung an einer Fachhochschule mit internationaler Anerkennung zu absolvieren.

7 Schätzchenraum

Für das Spiel und die Kinderbeschäftigung zu Hause bot die Industrie vielfältige Materialien im letzten Jahrhundert an, die in diesem Raum zu finden sind: Stofftiere, Puppen, Puppenwagen, Puppenstuben, Brett- und Tischspiele, Bilderbücher etc. Auch hier kommt so mancher Besucher ins Schwärmen. Allerdings waren diese weitestgehend den Kindern des Bürgertums vorbehalten und erst das Konzept des Kindergartens beinhaltete, dass alle Kinder davon profitierten.

Mein Kindergarten

Sollten Sie einen Kindergarten besucht haben, würden wir gerne Ihre Erinnerungen an die Kindergartenzeit auf unserer Homepage veröffentlichen. Für die Beantwortung der Fragen im Formular weiter unten wären wir Ihnen dankbar, ergänzt um ein Foto aus Ihrer Kindergartenzeit und ein aktuelles Foto von Ihnen.

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